
Der Minho ist eine grüne, feuchte Region, von Flüssen durchzogen — und das schmeckt man auf dem Teller wie im Glas. Hier trinkt man Vinho Verde, isst eine rustikale und großzügige Küche und lässt sich Zeit. Hier erfahren Sie, was da vor Ihnen steht und was Sie ohne Zögern bestellen können.
Zuerst das Wichtigste: Das verde bezieht sich nicht auf die Farbe des Weins. Es meint seine Jugend. Der Vinho Verde ist ein Wein, den man jung trinkt, noch im selben Jahr, ohne zu warten. Es ist eine Herkunftsbezeichnung, die an ein Gebiet gebunden ist: den Nordwesten Portugals, zwischen dem Douro und der spanischen Grenze. Paredes de Coura liegt mittendrin.
Im Glas ist er leicht, frisch, oft leicht perlend, mit meist niedrigem Alkoholgehalt. Dieses natürliche Prickeln und die klare Säure machen ihn zu einem großartigen Sommerwein, gut gekühlt zu servieren. Es gibt Weißweine, aber auch Rosé- und Rotweine — Letztere sind außerhalb der Region seltener und verdienen Ihre Neugier.
Schon die Landschaft erzählt vom Wein. Auf dem Land sehen Sie noch immer Reben, die hoch an Pergolen oder an Bäumen entlang gezogen werden, damit die Luft durchziehen kann und darunter etwas anderes angebaut werden kann. Eine alte Anbauweise, typisch für den Minho.
Zwei Rebsorten prägen den Ruf der Region.
Der Alvarinho ist der große Name im Norden der Appellation, vor allem im Grenzgebiet bei Monção und Melgaço angebaut, nicht weit von hier. Er ergibt vollere, aromatischere Weißweine mit Substanz — Weine, die einem richtigen Gericht standhalten und nicht nur zum Aperitif passen. Es ist dieselbe Traube wie der galicische Albariño auf der anderen Seite des Flusses.
Der Loureiro setzt dagegen auf Feinheit: blumige Noten, lebendige Säure, viel Frische. Er ist oft der ideale Begleiter zu Fisch und Meeresfrüchten.
Daneben begegnen einem auch Arinto, Trajadura oder Avesso, sortenrein oder als Cuvée. Am einfachsten ist es, im Weingut oder im Restaurant zu fragen, was im Tal erzeugt wird. Man wird Ihnen gerne Auskunft geben.
Die Küche hier ist rustikal und nahrhaft, gemacht für Menschen, die draußen gearbeitet haben. Sie hat sich nicht verändert, und das ist gut so.
Das Wahrzeichen-Gericht. Ein reichhaltiger, sättigender Schweineeintopf, traditionell serviert mit rojões und einem Brei aus Maismehl. Kein leichtes Gericht, kein zurückhaltendes Gericht — es ist ein Winteressen, ein Festessen, ein Essen für die große Tafel. Probieren Sie es einmal, Sie werden sich daran erinnern.
Die Flüsse des Minho, darunter der Coura, liefern eine Forelle, die man ganz einfach zubereitet: gegrillt oder in der Pfanne mit geräuchertem Speck. Oft die beste Wahl auf der Karte, wenn man die Region schmecken möchte, ohne sich zu beschweren.
Die enchidos — chouriço, salpicão, presunto — werden nach der Tradition des Nordens über Holz geräuchert. Man serviert sie als Vorspeise, gibt sie in Schmorgerichte, grillt sie. Sie sind das Rückgrat der lokalen Küche.
Das Maisbrot Nordportugals: dicht, mit kräftiger Kruste, gelber und fester Krume. Es passt zu allem, vom caldo verde bis zur Wurst, und hält sich mehrere Tage. Suchen Sie eines aus einem traditionellen Backofen, der Unterschied ist deutlich.
Die bekannteste Suppe Portugals, und sie stammt von hier. Eine Basis aus Kartoffeln, fein geschnittener Kohl, ein Schuss Olivenöl, oft eine Scheibe chouriço. Einfach, grün, wohltuend. Mit einem Stück broa ist es eine ganze Mahlzeit.
Zwei Steinhäuser in aller Ruhe, im Herzen der Region des Vinho Verde. Der ideale Rahmen, um sich Zeit zum Essen zu nehmen.
Verfügbarkeit prüfen →Im Tal und in der Umgebung gibt es zahlreiche quintas — Familienbetriebe, oft seit mehreren Generationen weitergegeben, wo die Reben neben dem Gemüsegarten und dem Obstgarten wachsen. Viele öffnen ihre Türen für eine Kellerbesichtigung mit anschließender Verkostung, manchmal auch mit einem Essen.
Zwei Ratschläge, bevor Sie losfahren. Erstens: reservieren Sie. Es sind kleine Betriebe, selten durchgehend geöffnet, und ein spontaner Besuch kann vor verschlossener Tür enden. Zweitens: prüfen Sie die aktuellen Öffnungszeiten und Bedingungen beim Weingut oder beim Tourismusbüro von Paredes de Coura — das ändert sich je nach Saison, und viele schließen während der Weinlese.
Wenn Sie nur eines besuchen, wählen Sie lieber einen kleinen Erzeuger als eine große Kellerei. Die Verkostung ist dort persönlicher, und Sie fahren mit Flaschen nach Hause, die Sie sonst nirgends finden.
Jedes Jahr feiert Paredes de Coura seine Küche mit dem Festival Sabores do Rio — „die Aromen des Flusses“. Regionale Erzeugnisse, die Küche des Minho, lokale Produzenten und Weine der Gegend: Das ist der beste Moment, um in kurzer Zeit vieles zu probieren und zu verstehen, was im Tal wirklich angebaut wird.
Termine und Programm ändern sich von Ausgabe zu Ausgabe: Schauen Sie auf der offiziellen Website der Gemeinde Paredes de Coura nach, bevor Sie Ihre Reisedaten festlegen.
Ein junger Wein aus dem Nordwesten Portugals, leicht, frisch, oft leicht perlend und mit wenig Alkohol. Das Wort „verde“ meint seine Jugend, nicht seine Farbe.
Den Alvarinho, voller und aromatischer, und den Loureiro, blumig und lebendig. Daneben begegnet man Arinto, Trajadura und Avesso.
Den sarrabulho, die Flussforelle, die geräucherten Wurstwaren, die broa und den caldo verde. Dazu ein Glas gut gekühlter Vinho Verde.
Ja, mehrere Weingüter bieten Besichtigungen und Verkostungen an, in der Regel nach Voranmeldung. Prüfen Sie die aktuellen Zeiten bei der quinta oder beim Tourismusbüro.